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Pferde auf Futtersuche

Dienstag, 2. August 2011

Die Zeit danach

Eigentlich weiss ich gar nicht, was ich noch schreiben soll. Die Zeit in Khovd ist für mich irgendwie schon weit, viel zu weit weg. Wen interessiert das denn noch...?
Erstaunlich, wie schnell einem der Schweizer Alltag wieder eingeholt hat, wie schnell alles wieder selbstverständlich ist: die DRS-Nachrichten zu jeder vollen Stunde, heisses Wasser, verbindliche Termine, der öffentliche Verkehr,... alles ist wieder so wie früher, leider... Nicht selten halte ich allerdings einen Moment inne, weil ich an die Zeit in Khovd erinnert werde, etwa dann, wenn im Radio die gleiche Musik gespielt wird wie in Khovds Diskotheken (aber ausgespielt!), wenn das Duschwasser angenehm warm ist, wenn ich in Kaufhäusern mit offenem Mund vor riesigen (Gemüse-, Käse-,...) Abteilungen stehe oder wenn ich in der Salsadisco den vielen begeisterten Tanzenden zuschaue. Besonders wenn in der Disco Musik gespielt wird, zu der ich auch in Khovd mit meinen SchülerInnen tanzte, werde ich tatsächlich etwas sentimental. Ich wünsche mir dann immer, Giimaa und die anderen Salsafans aus Khovd könnten jetzt bei mir sein.
Beim Einkaufen verhalte ich mich noch immer wie ein kleines Kind: Ich will alles kaufen, alles! Mein Kühlschrank quillt über, inzwischen habe ich mir ein Käse- und Gemüseverbot auferlegt.

Aber auch wenn es in Khovd kaum feines Gemüse gab: Ich würde wieder gehen. Ich vermisse viele und vieles. Ich weiss aber auch, dass es eine sehr sehr nervenaufreibende Zeit war, vor allem an der Uni. Es müsste ja auch nicht wieder Khovd sein. In der Nähe von UB gibt es einige interessante Orte, wo man auch täglich an Käse kommt. Und von wo aus man am Wochenende mal kurz nach UB an eine Salsaparty gehen könnte: Workshops geben und andere (gute) Tänzerinnen kennen lernen... Ja, ihr seht, meine Zeit hier in der Schweiz ist absehbar... Aber es kann ja noch viel passieren.
Sollte ich denn auch wieder gehen, würde ich mich nicht noch einmal mit dem Mongolischen Schulsystem auseinandersetzen wollen. Arbeite ich in Zukunft nochmals in der Mongolei, dann will ich mit dem Schulsystem nichts, aber gar NICHTS am Hut haben!

Natürlich wäre Ulan Bator interessant für einen weiteren Aufenthalt. Während ich da vor meiner Abreise in die Schweiz meine letzten Tage verbrachte, tanzte und unterrichtete ich fast täglich Salsa und Bachata, ass Kebabs, Salat und genoss guten Kaffee. Aber da waren auch dieser stinkende Verkehr, die dreckige Luft, die arroganten und reichen Leute. Zudem wurde ich weder mit „bagsha“, „Lussii“ oder „dance instructor“ angesprochen, noch grüssten mich die Kids: In UB ist man leider einer von 10'000 anderen Touristen. Schade. Und in den Supermärkten kann man zudem alles kaufen, was das Herz begehrt. Wo ist bleibt da das Erlebnis?

Aber jetzt schauen wir erst einmal, was die Schweiz und St. Gallen zu bieten hat. Ich habe eine wunderschöne Wohnung (http://picasaweb.google.com/115788699100634517128) und fühle mich in der Stadt pudelwohl. Die Leute hier sind ungeheuerlich nett!! Allerdings muss ich sagen, dass mir auffällt wie viele Leute in der Schweiz rauchen und auch wie viele Übergewichtige es gibt. Jaja, auch der Mongole hat sein Bäuchlein, aber das hier in der Schweiz gibt einem (mir) schon zu denken.
Das Lehrerteam an der Kantonsschule am Burggraben macht mir einen supersympathischen Eindruck und ich freue mich auf den Schulbeginn am 15. August. Montags, Dienstags- und Mittwochmorgens habe ich übrigens schulfrei :) Und da die Salsaszene in SG nicht existiert, habe ich mich auch schon nach einem Tangokurs umgesehen. Vielleicht heisst es ja schon bald: „Tango goes Mongolia“.

Passt auf euch auf und besucht die Mongolei!
Für Reiseinformationen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung:

Und hier auch gleich noch meine neue Adresse:

Lucien Perrinjaquet
Kesselhaldenstrasse 25
9016 St. Gallen
071 534 90 47
079 507 34 22