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Pferde auf Futtersuche

Donnerstag, 25. November 2010

eines Donnerstages in Khovd

25.11.2010

Titel: eines Donnerstags in Khovd

Donnerstagmorgen 8h05: Die Klasse und ich stehen vor verschlossenen Schulzimmertüren. Hier an der UNI sind die Klassenzimmer nachts eben mit einem Vorhängeschloss abgeschlossen. Und wenn die Person mit dem Schlüssel (und in der Mongolei sind Schlüssel eine Lebensaufgabe, will heissen, dass das Besitzen eines Schlüssels als Beruf bezeichnet werden kann) item, wenn diese Person ihren Beruf einmal nicht ausübt oder zu spät kommt, dann bleiben die Zimmer an der UNI eben verschlossen. Lulu unterrichtet dann in der Bibliothek.
Ein ähnliches Schlüssel-Phänomen hatte ich ja schon im letzten Blog beschrieben, mit Zäkätsch, unserer Assistentin im Sport. Genau diese Zäkätsch ist übrigens kürzlich an einem schönen Abend mit einer Kollegin bei mir zu Hause aufgetaucht. Ich wollte mir gerade Hörnli mit Gehacktem machen....d.h. ich machte trotzdem, in der Hoffnung, sie würden bemerken, dass der Moment etwas ungelegen..... Zäkätsch roch nach Bier und weinte sich fast die Augen aus. So viel ich verstanden hatte, waren alle Männer böse mit ihr: ihr Mann (hatte sie geschlagen?), die Turnlehrer,... Und dann geht man halt zu Lucien, weil der immer so nett und aufgestellt ist. (Das hab ich jetzt davon.) Tja, ich wurde sie dann wieder los. Diese Situationen, dass sich sogar Frauen in den Alkohol stürzen, weil sie von den Männern gescholten werden, kommen übrigens des öfteren vor.

Zurück zu heute Morgen. Die Deutschlektion lief relativ gut. Es fehlten 6 Studis, aber das war dafür umso angenehmer. Viele sind im Moment halt krank oder sie haben ihre Studiengebühren immer noch nicht bezahlt. In diesem Fall dürfen sie die Kursen nicht mehr besuchen. Und Navchaa hatte sich heute morgen per SMS abgemeldet: „:)Hallo Lusia? Guten morgen. Hast du gut geschlafen? Ich bin untericht nicht gekommen. ;-(Mein Bauch tut wey und ich habe durchfall. 8 uhr ich gehe das Krankenhaus und ich untersuche der Arzt.“ Süss, nicht? 2. Studienjahr!
Hier rennen übrigens alle gleich zum Arzt. Und wenn mal der Bauch etwas weh tut oder der Kopf, dann ist man gleich schwer krank... Andere fehlten übrigens, weil sie „busy haben“. Anders gesagt, sie haben ein Referat und keine Ahnung von Zeiteinteilung. Und da man hier ja so oft fehlen kann wie man will....

Nach den 90 Minuten Deutsch hatte ich Leichtathletik. Noch immer sind wir am Fosbury Flop. Da nämlich die Sportdelegation vom Arobiccontest in UB endlich zurückgekehrt ist, hatte ich gleich doppelt so viele SuS. Das hiess Halbklassenunterricht. Drei komplette Anfängerinnen und 2 Fortgeschrittene. Meiram machte heute im Basketball mit, keine Ahnung, warum sie (nur heute?) nicht am Leichtathletikkurs teilnahm. Vielleicht weil die Basketballlehrerin nicht da war?
Das Aufwärmen war noch ganz ok: Sitzball, langsam begreifen sie es. Aber dann Halbklassenunterricht? Da die Basketlehrerin nicht da war und man hier ja auch keine Arbeitsaufträge kennt tollten ihre 26 Studis in der Halle herum: einige spielten Basket, andere Volley, ein anderer fuhr mit Blades querfeldein, drei stibitzten sich meine Softbälle, die meisten Mädchen lagen auf dem Wrestlingteppich und schrieben SMS oder telefonierten,... bestimmt waren auch welche auf Toilette und rauchten. Und der Leiter der Sportabteilung war auch an und zu anwesend, hielt es aber nicht für nötig, etwas zu unternehmen. Obwohl sich das hier doch eigentlich Universität nennt und die Lehrer dafür bezahlt werden, den Studenten etwas beizubringen, bzw. diese Kinder zu hüten. Ja, Kinder hüten ist hier der richtige Ausdruck, denn so haben sich auch alle benommen. Schaue ich mal nach links, springen auf der rechten Anlage alle kreuz und quer, auch die Studis aus der Basketballklasse hüpfen irgendwie über die Latte. Schaue ich nach rechts liegen die Anfängerinnen faul auf der Matte rum. Der einte fragt mich, ob er ins Restaurant gehen dürfe, er habe Hunger, der andere spielt Basketball, obwohl ich ihm schon fünf Mal klar und deutlich gemacht hatte, dass wir jetzt Hochsprung trainieren...
Ich war kurz davor durchzudrehen. Leider habe ich es versäumt, meine Kamera zu zücken und die Situation zu filmen. Nächstes Mal dann, versprochen. Das wird ein wettbewerbsfähiger Kurzfilm!
Mein Unterricht war übrigens keineswegs schlecht. Ich habe die SuS gefilmt und dann haben wir das ganze auf dem Laptop angeschaut und mit andern Videos verglichen. Aber was soll ich sagen, KINDER eben. Das war für die Mädchen einfach nur lustig, und sie waren dann auch zu müde, es nochmals zu versuchen. Kein Wunder. Ich bin ja auch der einzige Sportlehrer, der von seinen Studierenden 90-minütige Präsenz und Mitmachen fordert!
Kommt hinzu, dass ich (auch in der Schweiz schon) sehr anspruchsvoll bin. Ich mag es halt nicht, wenn einige während des ganzen Unterrichts nichts machen. Aber noch mehr allergisch bin ich auf Lehrer, die zu spät kommen oder die Hälfte des Unterrichts nicht anwesend sind. Und hier werde ich auf die Folter gespannt... und so was nennt sich Universität.

Noch ein Wort zu diesem Aerobickontest in Ulan Bator: Einige haben es sicher schon auf Facebook gelesen. 5 Studentinnen und ein Lehrer fuhren mit dem Auto nach UB. Auf dem Heimweg hatten sie eine Panne und mussten 6 Tage in einem Kaff zwischen UB und Khovd verweilen. Diesen Montag waren sie dann endlich zurück. Sie hatten Glück, dass sie nicht auch zum Eispickeln aufgeboten wurden. Professoren und Studis mussten nämlich die Gehwege um das Unigebäude vom Eis befreien. Inzwischen ist hier nämlich alles (noch) weiss. Schön sieht es aus. Leider sind die Fenster der UNI aber ständig angelaufen. Und öffnen kann man sie auch nicht, sie wurden ja von den Studis, als Vorbereitung auf den kalten Winter, zugekittet.

Gestern Abend hatte ich übrigens ohne Probleme ein Zimmer gefunden für den neuen Salsatanzkurs mit den Studis. Alles war vorhanden: Strom, Platz, Studis (die ersten hatten nur 10 Minuten Verspätung, die letzten kamen 60 Minuten zu spät) das Zimmer war nicht besetzt,...Aber von den 8 Lampen ging keine. Ist so hier. 1. macht der Mongole überall Licht, ob es nötig ist oder nicht („Warum Strom sparen, die Uni bezahlt ihn ja.“), 2. sind in den Schulzimmern von den 8 Lampen höchstens 2 mit einer Glühbirne bestückt. Diese werden übrigens, wie auch das Schulzimmer von den Studierenden unterhalten (putzen, isolieren, Glühbirnen kaufen und ersetzen...). Putzfrauen putzen auch im Lehrerzimmer nur den Boden. Unser Lavabo wurde in diesem Jahrzehnt wohl noch nie gereinigt. Und bevor ich ein Handtuch spendierte, musste man sich die Hände an den Hosen trocknereiben. Die zwei Lavabos auf der Toilette wurden übrigens schon lange trocken gelegt. Wer will sich denn hier auch die Hände waschen?

Dennoch bleibe ich :) Es gefällt mir. Inzwischen habe ich Nadya kenne gelernt. Sie ist Russin, unterrichtet Russisch und tanzt auch fürs Leben gerne, und gut :)

Aber zurück zum Wesentlichen :): Es wird Winter und kalt.Auch wenn es bei Weitem nicht so kalt sei wie letztes Jahr im November. Wir haben hier tagsüber wenig unter 0 Grad, nachts wohl gegen -15.
Erstaunlich oft haben wir in den letzten Tagen auch warmes Wasser. Sicher einmal täglich.
Auf meinem Picasawebalbum werde ich eine Fotoreihe zum Markt posten. Vorbeischauen lohnt sich.
http://picasaweb.google.com/115788699100634517128/Markt?feat=directlink

Und jetzt wünsche ich allen eine geruhsame, verschneite und besinnliche Adventszeit, auch wenn es noch nicht ganz so weit ist.
Wer eine Karte haben will und noch keine bekommen hat, soll mir seine Adresse mailen.
Muss jetzt an die UNI, mit Soni Salsa trainieren. Am Sonntag ist ein Wettkampf unter Studis und sie will vortanzen.
Keep on dancing und Grüsse in die Schweiz!

Grossmongul

Samstag, 6. November 2010

"Lehrer schnell wiedergekommen!"

...bekam ich von den Studenten im 2. Jahr zu hören, als ich mich nach Berlin verabschiedete. Und ich hielt Wort. Als ich nach nur 10 Tagen wieder in der Uni stand, staunte man nicht schlecht. Naja, wenn Lulu etwas will, dann erreicht er das auch. Und ich wollte so schnell wie möglich nach Hause zurück. Ok. Berlin war toll, grossartig, auch eine willkommene kulinarische Abwechslung, vom Salsatanzen will ich gar nicht zu schwärmen beginnen. ABER: Wie viele Einkaufsläden braucht der Mensch? Mon Dieu! In Khovd haben wir genau einen einzigen Supermarkt, und der hat schon wenig bis nichts. Aber Berlin...! Und da UB nicht besser ist (auch in UB bekommt man nahezu alles, auch Schweizer Käse), dafür um einiges schmutziger, gab ich mein Bestes, um schnellstmöglich wieder hier zu sein, in meiner (jetzt) 2-Zimmerwohnung. Ja, ich habe jetzt zwei Zimmer. Der andere Lehrer, Sascha, kommt nämlich (noch?) nicht, er reiste wieder nach Hause ab, bevor er es nach Khovd schaffte.

Leider haben 4 Tage Berlin tatsächlich gereicht, mich die Missstände und die schrecklich langsame und träge Mentalität hier vergessen zu lassen: Als Folge davon wurden meine Nerven in den letzten Tagen aufs Äusserste strapaziert. Und den Freitag verbrachte ich schlussendlich im Bett. Mir war ziemlich übel.
Stellt euch vor, nachdem das Semester schon über 2 Monate läuft und ich jetzt, da Sascha ja nicht kommt, mich mit den Stundenplänen der Studis beschäftigt habe, stelle ich fest, dass einige Klassen gemäss Lehrplan zu wenig Unterricht haben. Oder dass ich jeweils mittwochs um 8h Konversation hätte unterrichten sollen. MITTWOCHS UNTERRICHTE ICH SCHON SEIT MEINER ANKUNFT FUSSBALL!! UND NOCH NIE HAT JEMAND EINE BEMERKUNG GEMACHT! Aber von diesen Lücken/Fehlern im Stundenplan merkt ja eh niemand etwas. Und wenn sie dann entdeckt werden, dann geht es mindestens noch 4 Wochen, bis alles in Ordnung ist. Zuerst muss man nämlich die Stunden neu aufteilen, das kann natürlich nur mit dem Lehrstuhlleiter (der kein Wort Deutsch spricht) gemacht werden. Jener ist jetzt gerade für 10 Tage weg, sein Bruder ist gestorben. Später muss der „Stundenplaner“ die Räume aufteilen und das ganze absegnen. Stundenpläne werden hier übrigens noch immer von Hand gemacht. Und dieses altvertraute Stundenplandiagramm, das wir schon aus unserer Primarschulzeit kennen (War es nicht im „Spiel mit“ immer dabei?), das kennt hier niemand.
Ja, es ist zum Haareraufen! Ihr könnt es euch nicht vorstellen.
Hinzu kommt die unanfechtbare Autorität des Lehrers. Ein Lehrer kann hier erzählen, machen, bieten, was er will, er ist und bleibt unangefochten (So wie ältere Leute allgemein.). Schüler würden ihren Lehrer nie kritisieren. Auch zu einer Entlassung kommt es so gut wie nie. Eine Kollegin erzählte, wie sie kürzlich in ihrer Primarschule den Sportlehrer mit offenen Hosen, stockbetrunken, auf dem Boden liegend in der Mädchentoilette angetroffen hatte. An einem Morgen! Konsequenzen? Keine, höchstens ein Rüffel.
Ich hab euch ja sicher auch schon mitgeteilt, dass die Studis 5 mal ihr Staatsexamen machen dürfen. D.h., dass ich den Durchgefallenen 4 weiter Prüfungen schreiben müsste... Und wisst ihr warum?Hier fällt niemand durch! Wenn ein Schüler durchfällt, wird das auf das Unvermögen des Lehrers zurückgeführt! Und auch auf den Lehrstuhlleiter, da dieser Lehrer ja unter ihm arbeitet.
Ich habe sogar gehört, dass wenn einem sturzbesoffenen Schüler etwas zustösst,dem Lehrer das Gehalt verringert werden kann.
Tja, ich gebe trotz Widerstand mein Bestes und versuche mit guten Beispielen voran zu gehen. Gelingt mir ganz gut, da ich ja keinen Alkohol trinke. Bei der Toilette wird es dann schwieriger, wir haben machen ja keinen Unterschied zwischen Damen- und Herrentoilette.
Von Unterrichtsqualität ist hier auch nichts mehr zu sehen. Die Basketballehrerin ist inzwischen nur noch beim Appell und den ersten 15 Unterrichtsminuten in der Halle anwesend, danach verschwindet sie. Kommt hinzu, dass sie nicht mal im Stande ist, einen technisch korrekten Freiwurf auszuführen. Und sie unterrichtet die Sportstudenten im Basketball. Aber eben, aus den oben erwähnten Gründen kritisiert hier kein Studi den Lehrer. Völlig normal, das die Lehrer nicht mal die Hälfte der Unterrichtszeit anwesend sind. Aber es gibt natürlich auch andere Lehrer! Der Wrestlinglehrer hat ein Spielchenrepertoir, kaum zu glauben! Dem muss ich mal genau auf die Finger schauen.

So viel zu den Missständen, die ich wohl nicht beheben kann, was ja aber auch nicht meine Aufgabe ist.
Was mir sonst an der Beziehung Lehrer-Schüler aufgefallen ist, ist die körperliche Nähe. Wenn wir ein Video auf meinem Laptop analysieren, dann stützen sich StudentInnen ungeniert auf meinen Schultern auf. Aber auch die mongolischen Lehrpersonen kommen ihren Studis sehr nahe. Bei uns würden sich die Schüler wohl sehr schnell darüber beklagen. Hier ist es ganz normal. Auch dass der Lehrer mit einer Studentin in seiner Freizeit zu sehen ist. Allerdings keine Ahnung, was hier läuft...würde mich nicht erstaunen...

Ja, noch zu meinem Schwimmkurs, den die Studis sich ja gewünscht hatten:
Nachdem ich die Schüler am Morgen noch im HipHop gesehen hatte und sie mir sagten, dass sie etwas früher nach Hause müssten, weil sie noch ihre Badezeugs holen müssten, ist vor dem Schwimmbad dann niemand erschienen. Ich wartete 30 Minuten (Was zugegeben, vielleicht etwas kurz war.) und ging dann wieder nach Hause. Der Kurs ist jetzt vorübergehend auf Eis gelegt (Das Schwimmbad ist nicht geheizt.). Dafür klappen der HipHopKurs und mein Lehrersalsakurs nicht schlecht. Abgesehen davon, dass einige bis zu 1h zu spät kommen, andere nur jedes 2. oder 3. Mal erscheinen und dass auch beim 5. Kurs noch Anfänger vorbeischauen, gibt es einige Talente.
So habe ich mindestens so viele verschiedene Niveaus wie Tänzer. Aber das sind sich die Mongolen gewohnt. Eher ungewohnt ist für sie, dass ich auf alle eingehe und mich ernsthaft um sie kümmere.

Weg vom Schulischen zum Klima:

Es ist inzwischen kalt geworden. Aber es hält sich in Grenzen. Ich würde mal sagen tagsüber -3 Grad, nachts -10. Da ich aber selten draussen bin kann ich das nicht so abschätzen. Auf alle Fälle klebt die Spucke auf dem Boden fest, auch im Treppenhaus:). Und da Mongolen dauernd spucken, kann ich schon bald mit dem Schlittschuhen zur Uni fahren. Geschneit hat es bisher nur einmal, ganz wenig Flaum.
Die Schüler mussten übrigens vor Wintereinbruch im Schulzimmer eigenhändig die Fenster verkitten. Dafür gab es weder Anweisungen vom Schulwart, noch von einer Lehrperson und das Material mussten sie selber bezahlen. Auch müssen sie ja ihr Schulzimmer selber sauber halten.

Und übrigens: Wenn es klappt, so werde ich am Sonntag, 14. November zwischen 22h00 und 0h00 auf Radio DRS3 zu hören sein. Anlässlich der Sendung Weltweit. Hört doch rein!

Dann doch noch zwei Schmankerl zum Abschluss:
-Zäkätsch ist die Assistentin der Sportabteilung. Sie hat auch, ALS EINZIGE! den Schlüssel zum Geräteraum. Nun war Zäkätsch letzten Mittwoch im Spital, musste sich einen Zahn ziehen lassen.
Ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich (eigentlich wir Sportlehrer, aber das kümmerte die anderen ja nicht) den ganzen Mittwochmorgen keinen Zugang zum Geräteraum hatte :) Dumm für einen, der seinen Unterricht vorbereitet.
Als ich dann später verlangte, auch so einen Schlüssel zu bekommen stiess ich auf Unverständnis. Niemand, nur Zäkätsch hat diesen Schlüssel! Und jetzt ist sie ja wieder hier. Tja, so ticken die Mongolen, irgendwie anders.

-Ankunft um 5h in UB, von Berlin – Unterkunft bei Julia, die an der Uni in UB unterrichtet – um 8h geht sie unterrichten, ich will mich schlafen legen – Anruf von der Mongolin, die sich in UB um meine Arbeitsbewilligung kümmert: Komm sofort! Schule #123 – „pfuse ich halt später“ – Schule#123: ok, ich gehe mit deinem Pass aufs immigration office und du unterrichtest hier meine 4 Lektionen Biologie, Physik, Mathematik und Chemie. - „?/()(/&%%&/()?????“ -ok!?!
Todmüde sag ich euch....schliesslich hatte ich im Flugzeug kein Auge zugetan. Zum Glück gab es Kaffee. Die Frau kam nicht wieder, aber ich ging dann um 15h nach Hause und legte mich definitiv schlafen.

Dennoch, auch wenn ich wiedermal viel kritisiert und ausgesetzt habe (ihr kennt mich ja inzwischen) gefällt es mir hier sehr. Ich geniesse meine Wohnung, die Ruhe, die wissbegierigen und motivierten Studenten und den in UB gekauften Käse :)

In Zukunft wird es allerdings wohl etwas strenger, weil ich jetzt ja auch noch den Sascha ersetzen muss.

Keep in touch! Und DRS3 nicht vergessen, Sonntag 14. November zwischen 22h und 0h00.

Lusin

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Pour une fois PLEIN DE FOTOS!!!

Pour ceux qui n'ont pas bien suivi mes cours d'allemand, et ceux qui n'avaient pas la chance d'en suivre...

Cliquez sur le link et adorez ce magnifique pays! 

http://picasaweb.google.com/115788699100634517128/Sonntagswanderung?feat=directlink 

Samstag, 25. September 2010

MONGOLISCHES ZEITMANAGMENT

Azzaya, Badmaa, Oyun-Erdene, Uyanga, Uranbileg, Tsegtsegmaa, Meriam, Dariimaa, Khishigbayr,  Abdigaji, Nyambayar, Amgalan, Tungaa, Chouka, Naraa, Enkh-Oyen, Erdenegelder, Ocha, Oilka,...
Das sind einige der Namen, die ich mir merken und auch noch den Gesichtern zuordnen muss! Hierbei handelt es sich übrigens um Frauennamen (und meist sogar um Abkürzungen!). Männernamen sind Zorig, Barsbold, Naamzaya, Mandalbayr, Hotbek und Bauerja. Letzterer ein ziemlich guter Sportler. Er hat den Rückwärtssalto innert wenigen Minuten gelernt :)
Andere hatten dabei ein wenig mehr Mühe, aber sehr viel Mut!! Wenn ich denke, dass von meinen SchülerInnen in Bulle nicht eine/r den Mut hatte, den Rückwärtssalto mit Hilfestellung auch nur zu versuchen...
Der Sportunterricht läuft sehr gut. Meine kleinen Spielchen, Aerobic, Saltos und Co. kommen gut an. Und die Nachfrage nach meinem HipHopKurs vom Samstag, 9Uhr war riesig. Über 45 eingeschriebene SchülerInnen!

Doch vorher war noch der Freitag: Unsere UNI veranstaltete eine internationale! Konferenz zum Thema „language, culture and cultural relations“. Und Lucien wurde eingeladen, an dieser internationalen Universitätskonferenz eine „speech“ zu halten. Also habe ich eine kurze Rede zum Bewertungssystem „Deutsch als Fremdsprache“ in Bulle vorbereitet. Um 8Uhr musste ich dann vor Ort sein. Ich bekam ein Namensschild und einen Notizblock :). Und weil ich von 9h30 bis 11h10 Aerobic hatte, wurde ich von der Eröffnungsfeier dispensiert und aufgefordert, umgehend nach meinem Kurs ins Zimmer 219 zu kommen, wo man mich dann zur Präsentation erwarten würde. Eröffnungsfeier war für 9h30 vorgesehen. In Wirklichkeit startete sie um 11Uhr. Und als ich „umgehend“ im Zimmer 219 erschien, war jenes noch verschlossen. Es war noch genügend Zeit, um im Restaurant zu essen, zu Hause einen Kaffee zu trinken und einige Einkäufe zu tätigen. Um 14Uhr begab ich mich dann an die Konferenz und durfte auch bald präsentieren. Von 15 Präsentierenden waren deren drei anwesend. Die freien Bänke wurden gefüllt mit mehr oder weniger freiwillig anwesenden Studis. Während ich relativ frei präsentierte, lasen andere 10 Minuten von ihren Blättern ab, ohne auch nur einmal den Blick zu heben. Zudem konnte man bei einigen auf dem Beamer die ganze „speech“ mitlesen. Weitere Präsentierende erschienen im Verlauf der Präsentationen, verschwanden aber umgehend wieder. Wofür eigentlich präsentieren, wenn die „Fachleute“ ja nicht anwesend sind und sich die Studierenden nicht interessieren?
Lustig war dann der Abschluss. Zwar erschien ich eine Stunde zu spät. (Die startete doch tatsächlich um 18 Uhr, wie angekündigt!) Zum Essen und Tanzen(!) kam ich allerdings gerade recht. Und später gings dann noch in die Disco.
Kaum erschienen, klang aus den Boxen auch schon Bachata und Salsa :)
Anscheinend hatte man meine Musik das letzte Mal von meinem Memorystick kopiert. Auf alle Fälle ist die Begeisterung unter den Junglehrern für Salsa riesig. Für nächsten Mittwoch ist deshalb ein Kurs angesagt. Mal schauen, ob auf die Junglehrer mehr Verlass ist, als auf die HipHopStudis...

Auf die wartete ich heute morgen um 9 Uhr nämlich vergebens. Anwesend war nur Soni, meine Salsapartnerin. (Sie war ein Jahr in der Schweiz und nicht einmal für den Kurs eingeschrieben...)
Nach einigen SMS startete ich den Kurs dann mit 30 Minuten Verspätung und sechs Schülerinnen.
Leider wurden wir dann auch noch von einem Stromausfall überrascht. (Wobei „überrascht“ vielleicht das falsche Wort ist. In letzter Zeit haben wir fast so oft kein Strom wie kein Wasser.... ca. jeden Tag 2 Stunden.)
So viel zu meinem HipHopKurs und dem Zeitmanagement der Mongolen. Vielleicht noch das hier: Für Sonntag ist ein Sportturnier der Deutschfakultät vorgesehen. (Der Stellenwert des Sports ist hier riesengross.) „Naja, weisst du, die Leute haben geschrieben, dass es um 9Uhr beginnt, aber bis alle da sind, ist es sicher 11Uhr. Also müssen wir nicht vor 11Uhr dort sein.“ So eine Lehrkollegin... Auch sie unverbesserlich, trotz mehrmaligem Schweiz- und Deutschlandaufenthalt.

Nächstes Wochenende fahren wir (mit einigen anderen Ausländern) nach Olgy ans Egale-Festival. Darauf freue ich mich besonders.
Und am 24. Oktober werde ich mit grösster Wahrscheinlichkeit für vier Tage nach Berlin fliegen und dort mein Arbeitsvisum (und hoffentlich einiges Sportmaterial) in Empfang nehmen.

Und noch eine Zeitmanagement-Anekdote: Letzten Sonntag habe ich um 14h15 erfahren, dass um 14h30 ein Taxi vorfährt, dass mich aufs Land fährt. Heute finde eben ein Ausflug aller UNI-Lehrer statt. Warum man das nicht wenigstens einen Tag im Voraus erfährt, das weiss auch meine Lehrkollegin nicht. Wie sie auch nicht weiss, wohin der Fluss fliesst, der hier neben der Stadt vorbeifliesst und wo er herkommt, so etwas weiss man nicht. Interessiert wohl auch keinen. Auch braucht ein Mongole auf einer geographischen Karte der Mongolei längere Zeit, um die Hauptstadt zu finden. Man weiss nicht, warum der Strom ständig ausfällt. Und die SuS fragen sich nicht, wo denn eigentlich der Lehrer bleibt, der sie schon seit 30 Minuten unterrichten sollte.

Mir gefällts trotzdem. Ich gebe mein Bestes und die SuS schätzen meine Arbeit sehr. Ok. über den HipHopKurs muss ich mit ihnen nochmals reden...

Sajn suudsh bajgaaraj! (Lebt wohl!)
Lusin

Freitag, 17. September 2010

DANKE MAI!



DANKE MAI!


Nun bin ich schon eine Woche in Khovd. Einem stillen ruhigen, fast autolosen Städchen(?) im Westen der Mongolei. Es gibt hier quasi nur Studentenheime, zwei Unigebäude, einen Markt und einige Shops. (Ich frage mich, wo die 30'000 Bewohner alle sind.) Und ich muss sagen, ES GEFÄLLT MIR SUPER HIER! Ich kann hier sogar Geld beziehen, SPESENFREI! Danke Mai! (Mai ist meine Finanzberaterin bei der Postfinance. Ihr, sowie ihrer Firma muss ich hier an dieser Stelle ein Kränzchen winden. Die Postcard lebe hoch!)


In Khovd geht es typisch mongolisch zu  und her. Auf dem Markt verkauft man an 30 Marktständen genau das selbe, vor der „Fleischabteilung“ liegen die Füsse, Felle und Köpfe der geschlachteten Tiere, täglich begegnet man einem Betrunkenen, die Eier (wie alles andere) kauft man im Plastiksäckchen, der „Supermarkt“ ist auch am Sonntag bis 22h geöffnet, jede Treppenstufe hat eine andere Höhe und auf den Strassen gibt es weder Kandelaber noch Gullideckel (Entweder merkt man sich die Löcher genau oder man hat eine Stirnlampe.). Man kann hier auch Gurken, Tomaten, Karotten und tonnenweise Wassermelonen kaufen. Allerdings kein Aromat...Wie um alles in der Welt kann man ohne Aromat leben, wenn man sonst schon keine richtigen Gewürze hat...
(An dieser Stelle will ich kurz meine postialische Anschrift anbringen:
Lucien Perrinjaquet – P.O. Box 166 – Khovd 213500 – Mongolia. 1 kg kostet so ungefähr 18.-. Aber bitte nicht nur Aromat, ich vermisse auch Diabetikerschokolade, Käsli, Diabetikerkonfi,...also bitte vorher absprechen.)


In meiner ersten Woche habe ich auch schon einige Sportstunden unterrichtet. Natürlich hatte ich zuerst zugeschaut und den Kulturschock verdaut: 59 Studenten in einer Turnhalle! Zwei Klassenleher, die in der gleichen Turnhalle je 25 SuS unterrichten; und keiner fühlt sich vom Tun und Geschrei der anderen Klasse gestört. Hier spielt ein Team, das sich auf ein Volleyballturnier vorbereitet, auf dem Volleyfeld, während mehr oder weniger auf dem selben Feld andere Schüler eine Art Streetball auf einen Korb spielen. Man regt sich hier nicht auf (Sieht auch keine Gefahren.). OK, man kennt ja auch nichts anderes, hat eben nur disese eine Halle. Und Fehlplanungen führen dazu, dass diese halt mal doppelt besetzt ist, oder dass nur die Hälfte der Studenten hier ist. In letzterem Fall findet der Kurs dann nicht statt und die Schüler „bällelen“ ein bisschen. Dem Lehrer kommt das nur entgegen. Apropos Ball. Es gibt hier 4 Basket-, 6 Volley- und 3 Fussbälle. Basket und Volley sind die bevorzugten Sportarten und jede Studentin und jeder Student trifft den Korb aus jeder x-beliebigen Position! Auch das Volleyniveau ist sehr hoch. Dafür happerts dann, wenn die Schüler die Arme in die beiden entgegengesetzten Richtungen kreisen müssen :)
Geräteraum gibts nicht. Einiges steht in der Turnhalle, anderes, wie zum Beispiel die 8 dünnen Matten, stehen weit weg in einer Abstellkammer und werden sowieso nicht gebraucht.


Ich fasse mal zusammen, wie so eine 90-minütige Sportlektion abläuft:
Die SchülerInnen kommen in die Halle und ziehen sich hier auch um. Es gibt keine Garderoben. Mit 10 Minuten Verspätung kommt dann auch die Lehrperson, wenn sie kommt....wenn nicht, übernimmt halt der Schweizer das Zepter. So werde ich ab und zu mal ins kalte Wasser geworfen, habe mich aber bisher erfolgreich auf mein Improvisationsvermögen verlassen können. Normalerweise beginnt die Stunde dann mit der Durchnummerierung. Die SuS stehen auf einer Linie und alles geht extrem militärisch zu und her. Der Lehrer schikaniert auch gut und gerne mal den einen oder anderen Schüler,  as für mich unerklärlichen Gründen. Nach dem Appel und einer Vierteldrehung laufen, äh marschieren alle Studenten in der Turnhalle herum. Der Turnlehrer gibt dabei die Richtungsänderungen an. Jener sitzt am Pult, spielt noch mit dem Handy, ist evtl. schon umgezogen, delegiert allenfalls x-beliebige Schüler zum Tischtennis ab oder schikaniert zu spät gekommene Studenten. Das Einwärmen dauert 30 Minuten und ist der anstrengendste/der einzige anstrengende Teil der Sportlektion. Beim Stretching kann sich der Lehrer dann auch gerne mal mit seinem Körpergewicht auf einen Schüler stemmen, um eine optimale Bewegungsamplitüde zu erzielen.
Nach dem Warmup geht es ans Thema. Davon gibt es nicht viele: Basket, Volley, Leichtathletik (Seilhüpfen), mongolisches Wrestling und Gymnastic (Aerobic). Man muss hier anscheinend unterscheiden zwischen Sportstudenten und normalen Studenten. Alle Studenten müssen hier während den ersten drei Semestern Sportunterricht besuchen. Handelt es sich um eine dieser Sportklassen, wird nach dem Einwärmen während 60 Minuten ein wenig gebällelet. Die SuS können quasi machen, was sie wollen, Volley, Basket, SMSle oder einfach rumsitzen. Der Lehrer verschwinder im Lehrerzimmer. Bei den Sportstudenten werden dann doch die einte oder andere Übung gemacht. Allerdings handelt es sich hier, tagein tagaus um die gleichen Übungen. Es werden keine Übungen variiert, man geht nicht auf gute und schlechte SuS ein. Alle machen das gleiche und sind entweder über- oder unterfordert. Auch hat kein Schüler etwas am Unterricht auszusetzen, die Übung kann noch so lange dauern. Sie machen ihre gewohnten Übungen sogar gerne. Wenn ich einmal eingreife und eine Variation vorschlage, stosse ich meist auf Unverständnis und nur wenige verstehen den Sinn meiner Übungsvariante. Bin ich dann weg, spielen sie sich die Bälle wieder auf ihre gewohnte Art und Weise zu.
Einmal habe ich 60 Minuten Volley unterrichtet. Das war dann so, dass ich zwischen 12 und 24 Studenten hatte. Jene, die Lust hatten auf meine Übungen, machten mit, andere nicht. Der einte sitzt mal ein wenig ab, eine andere schreibt eine SMS,... Leider ist Volley halt auch nicht meine Stärke. Aber Fussball, da habe und werde ich bestimmt einiges bewegen können.
Und heute hatte ich eine (total unvorbereitete) Aerobic-Stunde. Glücklicherweise wohne ich 3 Minuten von der Uni, konnte rasch meine PC holen und eine Aerobic-CD brennen. Die Schüler waren begeistert. Und anschliessend wollten sie unbedingt noch etwas HipHop lernen. Das war ein Erfolg. Zunehmend beginnen mich die SuS auch zu kennen, zu grüssen, lachen etc. Es macht mir wirklich sehr viel Spass.
Habe auch schon in der Deutschfakultät vorbeigeschaut. Das Niveau ist relativ tief, dafür sind die StudentInnen süss :)


Es gibt hier 5 Sportlehrer (die mich im Übrigen sehr nett aufgenommen haben) und jeder ist auf etwas spezialisiert. Und jeder erwartet von mir, dass ich ihm neue Theorien beibringe. Allerdings ist das bei den meisten nur Geplapper: Wenn ich die Klasse jeweils übernehme ,begeben sie sich meist aus der Halle, zum Umziehen, Telefonieren oder was auch immer.
Übrigens hat man für mich extra einen neuen Arbeitstisch gekauft! Und der steht erst noch im Büro des Fachvorstehers! Nur dumm, habe ich für diesen Raum keinen Schlüssel und Barça, der Fachvorsteher ist nicht jeden Tag hier :)


So, das wär vorerst einmal ein Update bezüglich Sportunterricht in Khovd. Es gäbe ja noch soooo viel zu berichten. Aber das soll vorerst reichen. Zu den hier veröffentlichten Fotos werde ich versuchen, auf www.wuala.com noch Fotos zu hinterlegen. Diese könnt ihr euch anschauen und wenn ihr wollt auch herunterladen. BITTE ABER NICHT LÖSCHEN!
Benutzername und Passwort für wuala sind: „lulu-teachinginmongolia“ - „mongolia“. Es sind übrigens die gleichen wie auf Facebook.


So. Ich bedanke mich für die Geduld. Bezüglich Visum gibt es noch keine zufriedenstellende Lösung. Wahrscheinlich muss ich tatsächlich nach Peking reisen. Da mir ein Teil der Reise finanziert würde und es mir hier so gut gefällt, würde ich diese Strapazen auf mich nehmen. Ich liebäugle aber auch mit einem Direktflug nach Berlin. Weil ich dafür kein Visum brauche und weil ich dann in Deutschland meine Koffern mit Sportutensilien füllen könnte. Mal abchecken.


Passt auf euch auf!


Lüss


PS: Buchempfehlung: „Der blaue Himmel“ von Galsan Tschinag

Dienstag, 7. September 2010

DIE WARTEREI NIMMT KEIN ENDE...

Handörgele im Terelj NP



Das Warten geht weiter

Liebe Leserinnen und aussen :)

Nun bin ich schon 6 Tage hier in der Mongolei.  Inzwischen habe ich mein Turisten(!)Visum um 30 Tage verlängert, schon einige alte (und neue) Freunde besucht und das einte oder andere erlebt.
Bevor ich mich nun morgen um 13h (Wir sind euch übrigens 6h voraus.) auf die über 32-stündige Busfahrt nach Khovd mache, hier ein paar nennenswerte Erlebnisse:

NOCH IMMER KEIN ARBEITSVISUM! Ich bin auch nicht mehr so zuversichtlich, dass ich je eines in meinem Pass stehen habe... Aber es gibt ja noch andere schöne Plätze auf dieser Welt. Ich liebäugle schon mal mit Vietnam, Laos und Indonesien... Habt ihr weiter Vorschläge?
Aber jetzt geht es erst mal nach Khovd. Dort werde ich meine Arbeit aufnehmen und der Uni klar machen, dass es an ihnen liegt, ob ich bleibe oder nicht. Evtl. muss ich das Land verlassen und wieder einreisen, um an meine Arbeitserlaubnis zu kommen. In diesem Fall möchte ich auf dem Landweg nach Kasachstan reisen. Geht das nicht, dann soll die Reise nach China (und das Visum) entweder die Uni bezahlen, oder aber au revoir!

DJ TATANA! Tatsächlich habe ich sie in einer Discothek in UB getroffen. Sie wurde von Mercedes für einen Event am Freitag eingeladen und legte dann am Samstag noch im Metropolise auf. Nicht meine Musik aber cool! Und auf dem Nachhauseweg kommt einem schon mal der einte oder andere betrunkene Mongole entgegen. Das passiert zwar auch tagsüber, aber zu Tageszeiten habe ich noch keinen gesehen, der voller Leidenschaft einen Baum umarmt :)
Am Freitag war die Disco leider schon um 1h aus. Die Polizei kam vorbei und setzte die Polizeistunde an. Da es keine offizielle Polizeistunde gibt, kann man auch nicht wirklich wissen, wann der Tanzabend zu Ende geht. Manchmal gibt es auch nur eine Musikpause und das Licht wird nach einigen Minuten oder einer halben Stunde wieder ausgemacht.

VERKEHR! Eine einzige Katastrophe. Ich bin zu Fuss schneller, als mit dem Bus. Aber Mongolen laufen nicht! Jeder Mongole hat ein Auto, die Strassen sind hoffnungslos überfüllt. 2-spurige Strassen münden in 4-spurige, beide vollgestopft. Und natürlich will da und dort noch einer links abbiegen. Strassen überqueren ist wie Sitzball. Man erwartet jederzeit, dass man noch an der Ferse berührt wird. Aber die Fahrer wollen einem nicht böse. Sie geben alles, aber kurz vor dem Kontakt bremsen sie. Und obwohl es ein ständiges Gehorne ist, regt sich niemand auf. Mongolen regen sich nicht auf, leider.... Dazu ist jede Strasse eine Baustelle. Heute morgen um 1h hat doch tatsächlich einer in einem Graben gestanden und gepickelt. Ohne Licht, ganz alleine!

AKKORDEON! Auf meiner Reise zu altbekannten Freunden im Terelj musste ich zwar schwer schleppen, jedoch war es die Mühe wert. Sogar mongolische Reisegruppen hatten mich eingeladen, vorzuspielen. Ich kann das Träumli und die Autobahn schon bald nicht mehr hören :)

GELD UND HANDY! Im Moment habe ich noch ungefähr 60 Rappen auf meinem PrepayHandy. Das macht mir aber noch kein Bauchweh, schliesslich kostet eine SMS hier ein paar Rappen. Es reicht also noch lange. Die grösste Banknote hat einen Wert von 20'000 Tugrik. Das entspricht ca. 15.- sFr.
Meine Ueberlandbusfahrt kostet gerade mal 38.-

METZGETE! Zufällig wurde ich Zeuge, wie ein Schaf getötet wurde. Die (Klein)Tiere werden in der Mongolei auf den Rücken gelegt, dann wird ihnen der Bauch aufgeschnitten, der Metzger greift durch diese Oeffnung nach der Aorta (?) und reisst diese heraus. Und ich sage euch, entgegen meines letztjährigen Erlebnisses hat das Tier diesmal keinen Ton von sich gegeben. Ein äusserst friedliches Sterben.

Donnerstag, 19. August 2010

still waiting...

Flug verschoben - vol repoussé! Still waiting for my visa :( Mongolian administration (university teacher)...not able to organize a working visa within 4 months...

Nun zieht sich meine Salsa-Abschiedstournee halt noch etwas in die Länge. Und in die Weite. Da ich mir hier ein wenig "sitzengelassen" vorkomme, verbringe ich die Tage vom 22. bis 27. August in Süditalien :)

Danke jetzt schon für alle lieben Abschieds-SMS. Vorgesehener Abflugstermin ist neu der 31. August. Hoffen wir, dass es diesmal klappt.

keep on dancing :)