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Pferde auf Futtersuche

Donnerstag, 23. Juni 2011

Immer wenns am schönsten ist...



Vor wenigen Tagen sass ich noch auf meinem Balkon, habe die Sonne und den Kaffee genossen, spielte mit 30 Kindern Fangen, Verstecken, Zeitung lesen, schwang mit meinen guten Salsaschülern das Tanzbein und vergnügte mich mit den Kindern meines Sportlehrerkollegen. Und jetzt, nach der über 50-stündigen Busfahrt nach Ulan Bator, erscheint mir das alles schon wie ein Traum.

Nein, die Universität werde ich keinesfalls vermissen. Hab ich schon gesagt, dass die Abschlussklasse für ihr Staatsexamen die Lösungen zuvor bekommen hatte und sie mit ihrer Lehrerin sogar diskutierte? Oder dass die besagte Lehrerin das 3. Studienjahr (Jenes, das eine Prüfung nachholen musste, weil nicht alle Studis die Prüfungsgebühr rechtzeitig entrichtet hatten. Ich habe davon im letzten Blog etwas erwähnt.) die Wortschatzprüfung unbeaufsichtigt schreiben liess? Ja, die Prüfung wurde am Samstag nachgeholt, am Tag der Diplomfeier. Jene begann 2h verspätet und dauerte dafür 4h länger. Und die Prüfung fand natürlich genau dann statt, als die Lehrerin die Diplome übergeben musste. Was natürlich nicht absehbar war... Ich besuchte die Klasse und stellte dabei fest, dass die Prüfungsaufgaben auch schon im Voraus bekannt waren. Ich befürchte zudem, dass die Prüfungen nie korrigiert wurden. Warum auch, es war eh eine Klassenarbeit im wahrsten Sinne.

Aber zurück zum Schönen. Die letzten Tage in Khovd habe ich richtig genossen. Die Kids aus der Nachbarschaft hatten mich doll lieb gewonnen, was zur Folge hatte, dass ich mich kaum mehr auf dem Balkon hatte blicken lassen können, ohne aufgefordert zu werden, zum Spielen runter zu kommen, Seilhüpfen, Fangen, Fresbee, Verstecken, Zeitungslesen,...
Da war auch die Mongolische Aerobicmeisterschaft der Junioren. Ich begleitete das Team von meinem Sportlehrerkollegen. Leider konnte ich nie einem seiner Aerobictrainings beiwohnen, er soll ein harter Hund sein. Und dementsprechend waren auch die Leistungen. WOW! Sind die Kids beweglich. Allerdings Musik- und Taktgefühl, da war nicht viel :) Und die Eröffnungsfeier glich eher einer Militärparade. Preise wurden auch eine ganze Menge verliehen. Von den ca. 100 Athleten habe ich gerade mal 15 ausmachen können, die ohne Medaille von dannen ziehen mussten. Ja, das ist auch Mongolei, Medaillen, Pokale und Auszeichnungen für und über alles. Dabei handelt es sich bei diesen Preisen um billigen Fusel, die Medaille ist wahrscheinlich nicht mal die paar Rappen wert, die sie kostete und der Pokal ist aus Plastik und fällt fast auseinander. Aber egal, sieht gut aus und macht sich gut zu Hause. Auszeichnungen über alles! Apropos Preisverleihung: Die Veranstalter, Richter und Trainer haben auch alle Medaillen, Pokale, Bilder und Auszeichnungen erhalten. Ihre Verleihung dauerte fast länger als jene der Kinder. Und jene hatten während dieser Zeit stramm zu stehen.

Die Busfahrt, wuahhh... Mein Hintern! Zwei Nächte ohne Schlaf. Und ehrlich, bei so einer Busfahrt könnten einem die Mongolen schon Angst machen. Dieses ständige Spucken und Rotzen, den Abfall aus dem Fenster werfen, Essen wie eine Horde Wölfe, Toilette wo es gerade passt. Das ist schon ein komisches Volk. Und hier in UB schaut natürlich jeder nur für sich selber. Was auch ganz lustig war, ihr könnte es auf meinem Onlinealbum beobachten, wenn wir einen Halt machten, dann legten sich die Mongolen immer sofort auf den Boden. Gleich vor der Bustüre. Zur Entspannung. Egal, wie nass oder dreckig der Boden ist, jede Sekunde liegen war für sie Erholung. Wobei der Mongole also auch im Bus schlafen kann, wahrscheinlich sogar im Stehen. Lulu hat natürlich kein Auge zugebracht. Zwar hatte ich tatsächlich einen Sitzplatz für mich alleine, aber leider nur Platz für einen Fuss. Der Bus hatte ungefähr 35 Plätze, wir waren 45 Leute. Immer wenn es ums einsteigen ging, war der Bus schon voll, während draussen noch eine tanze Gruppe von Leuten stand, die rein musste. Busfahren in der Mongolei ist einfach ein Erlebnis. Deshalb habe ich es mir auch angetan. Dabei kam mir allerdings in den Sinn, dass ich mir schon im letzten September schwor, dass ich mir das nie wieder antun werde.... Irgendwie bin ich dafür zu alt oder zu wenig mongolisch.

Der Abschied tat wirklich weh und während der Busfahrt habe ich mir ernsthaft überlegt, wieder einmal nach Khovd zurück zu kehren. Nächstes Jahr? Aber dann nicht als Lehrer, nein danke!

Hier in Ulan Bator habe ich bereits zwei Salsakurse gegeben. Eigentlich wäre momentan auch meine beste Schülerin aus Khovd hier. Sie ist aber erst 15 Jahre alt und ihre Eltern wollen sie um keinen Preis nach draussen lassen, UB ist halt schon ein anderes Pflaster als Khovd. Dabei wäre es so schön, nochmals mit ihr zu tanzen. Sie ist wirklich gut! Und ich dachte sogar daran, am Samstag, wenn hier eine Salsaparty stattfindet, mit ihr eine kleine Show zu tanzen. Aber eben, sie darf nicht raus.

Bon, inzwischen ist meine Wäsche trocken und ich kann mich auf die Strassen der verrücktesten Hauptstadt der Welt machen.
Noch eine Neuigkeit meine Zukunft in SG betreffend. Wenn alles gut geht, dann habe ich jetzt auch eine Wohnung :)
Und schaut euch doch noch meine neusten und letzten Fotos aus Khovd an:

Salsapeople on the river:

Schaf grillieren auf Kasachische Art:

Abschied und Busfahrt:

Freitag, 10. Juni 2011

Abschied nehmen


Auf dem Balkon sitzend, Kaffee trinkend oder Resten essend vertreibe ich mir hier die letzten Tage.
Dabei dauert es jeweils nicht lange, bis mich die Kinder aus dem Quartier nach unten rufen „Bagsha! Bagsha!“. Ich habe ihnen letzte Woche ein paar Seilhüpf-Tricks beigebracht, jetzt sind sie meine grossen Fans und klopfen auch mal sonntagmorgens an meine Tür... Wir können uns zwar nicht verständigen, verstehen uns aber sehr gut. Und so steh ich fast täglich in Mitten der Kids und schwinge das grosse Springseil und versuche ihnen Neues beizubringen. So schön, die Jungs spielen Fussball, die Mädchen ziehen Seil hüpfend um die Blöcke. Kein Gameboy, keine Handys, nur ab und zu ein Fahrrad. Von den Mongolen werde ich beim Mitspielen belächelt, ein Erwachsener, der sich mit Kindern abgibt, noch dazu ein Tourist...

Die Uni ist so gut wie vorbei. Uffff.... bin ich froh. Die Deutschstudis im Abschlussjahr haben alle bestanden, sie haben die Aufgaben und die Lösungen schon vor der Prüfung mit ihrer Lehrerin besprochen. So läuft das hier (wohl). Was soll ich mich noch aufregen, ich denke, dass alle froh sind, dass dieses faule Studienjahr endlich weg ist.
Froh sind wohl auch einige Lehrer, denen ich das Lehrerleben nicht ganz einfach gemacht habe, oder der Fakultätsleiter, der jedes Mal, wenn ich ihm ausserhalb der Uni begegnete, betrunken war. Zum Beispiel am letzten Samstag, als er an der Grillade der Sportstudenten (Wir haben nach kasachischer Art ein Schaf geschächtet.) um 17h mit vier auch betrunkenen Kollegen auftauchte! „No photos!“ hat er mir noch gesagt. Anscheinend weiss er wenigstens, dass er sich vor den Studis nicht betrunken zeigen sollte.
Aber er ist bei Weitem nicht der einzige, der sich beim Essen der Abschlussklassen volllaufen lässt.

Tja, und wenn ich auch ein (für mongolische Verhältnisse) harter Hund war, scheinen mich doch die meisten meiner Studis gerne zu mögen und zu vermissen.
Zwar bezweifeln einige Lehrkräfte hier doch tatsächlich, dass ich eine Lehrerausbildung habe. Ich würde falsch unterrichten :) Aber kann man ihnen verübeln, dass sie hier ein anderes Verständnis von Unterricht haben? Auswendig lernen, auswendig lernen und nochmals auswendig lernen. Auf den Schüler eingehen? Eine Beziehung mit ihm aufbauen? Ihn als Gegenüber akzeptieren und respektieren? Mal einen Witz machen? Ihnen etwas Lustiges beibringen. Das alles gehört sich in der Mongolei nicht für einen Lehrer.
Dafür darf der Lehrer hier 4h zu spät an der Mündlichprüfung erscheinen und niemand zuckt mit der Wimper. Lehrer haben immer Recht. Dafür lassen sie dann auch mit sich über die Note verhandeln. Dass meine Note der Leistung des Studis entspricht, unabhängig davon, ob es sich um Kasachen, Mongolen, hübsche Studentinnen oder faule Säcke handelt, sind sich die Studierenden nicht gewohnt. „Ihr bekommt die Note, die ihr verdient habt.“ So etwas können sie sich gar nicht vorstellen. Wie gesagt, dennoch (deshalb), mögen mich viele Studenten ganz gut. Wir werden uns gegenseitig vermissen.

Bei zwei,drei Lehrkräften sieht es anders aus. Wir sind wohl froh, wenn wir uns nicht mehr sehen. Sie sind wahrscheinlich zu einem grossen Teil auch etwas eifersüchtig. Da kommt ein Schweizer, setzt sich mit den Studierenden auseinander, reisst sich für sie den Hintern auf, damit sie die Wörterbücher über die Ferien zum Lernen mit nach Hause nehmen können, macht (gratis) Photokopien für sie, lädt sie zu sich nach Hause ein, kocht und spielt mit ihnen, stellt ihnen mp3-Player zur Verfügung und interessiert sich für ihre Fortschritte. Ja, da sind sie mit ihrem unvorbereiteten Unterricht schon recht langweilig. Ich muss aber auch zugeben, dass einige Studis mit meinen Unterrichtsmethoden etwas überfordert waren. Wenn 80% aller jungen Erwachsenen in diesem Land an eine Uni gehen, heisst das ja auch nicht, dass sie alle auch studierfähig sind...

Die Uni ist übrigens für das 3. Studienjahr noch nicht ganz vorbei. Zwar war die letzte Prüfung für heute Morgen angesetzt, aber weil 2 Studentinnen ihre Semestergebühren noch nicht bezahlt haben, darf die ganze(!) Klasse nicht zur Prüfung antreten. Normalerweise findet die Prüfung in solchen Fällen trotzdem statt, ohne die schuldigen Studis, aber bei der letzten Prüfung sei das nicht der Fall.
Mongolia! Eine Lösung ist nicht in Sicht. Aber Mongolei heisst ja auch: Nichts ist unmöglich. Und oft klappt es schneller als man denkt.

Ich bin noch bis am 20. Juni hier in Khovd. Es hat hier kürzlich ziemlich viel geregnet, ist heute aber wieder sehr heiss (bis gegen 30 Grad). Viele Mongolen verlassen die Stadt, weil sie den Sommer auf dem Land verbringen. Dafür lassen sich schon einige Touristen hier blicken. Und Mücken und Fliegen... Apropos „fliegen“: Ankunft am 3. Juli in Basel, 18h35. Aber wir hören uns bestimmt noch vorher. Von der Busreise nach UB wird es mit Sicherheit auch noch etwas zu erzählen geben. Und auch von der Uni, gemäss dem Motto: „It ain't over 'till it's over“.



Mittwoch, 1. Juni 2011

Warum die Mongolei die Mongolei bleiben wird



Pussycat is back! Da Nadya für einige Tage nach UB gegangen ist, wohne ich während meiner letzten Tage hier wieder mit ihrer Katze zusammen. Das arme Tier hätte sonst 10 Tage alleine im Bad verbringen müssen.

Heute ist in der Mongolei ein Feiertag, der Mutter/Tochtertag. Ich wusste gar nicht, dass in Khovd so viele Leute wohnen. Okay, natürlich solle Khovd 30'000 Einwohner haben, aber ehrlich, von denen lassen sich im Winter gerade mal eine Hand voll draussen blicken. Jetzt aber, bei den hohen Temperaturen lebt diese Stadt richtig auf. Und heute erst recht: auf dem Square tummeln sich Knaben, die mit Spielzeugwaffen rumknallen, Mädchen, die vor ihnen davon rennen, Mütter, die ihren Kindern Spielzeuge kaufen, Väter in Winterstiefeln, die Glücksspiele spielen, Familien, die am Fotostand anstehen, ...

Zum Anlass des Feiertages wurde gestern auch ein Tanz- und Singwettbewerb durchgeführt. Und obwohl ich mich inzwischen ja so einiges gewohnt bin hier, werde ich noch täglich überrascht. Meine Spice Girls informierten mich auf alle Fälle schon am Freitag, dass sie am Dienstag an einem Tanzwettbewerb teilnehmen und dass sie dazu unbedingt meine Hilfe brauchen, weil sie dieses Mal wieder Erfolg haben wollen :).
Wir trainierten also Samstag bis Dienstag ziemlich intensiv. Und weil die Eltern von Buyana nicht viel vom tanzen halten, erzählte sie denen eben, sie würde Mathematik lernen. Immer wenn sie einen Anruf von ihnen erhielt, mussten wir die Musik ausmachen und mäuschenstill sein. Und apropos Anruf: Bei einem Tanztraining hier, kann schon mal mitten in der Choreo die einte davon laufen, weil sie ein SMS oder einen Anruf bekommt. Ständig hängen die Mädels an ihren Telefonen, beantworten SMS, schminken sich, zupfen sich Haare aus, putzen ihre Schuhe, ... naja, aber ich hab die Mädels diesmal wirklich ein wenig gedrillt, und sie haben auf mich gehört, sogar bei der Musikwahl.
Unsere 6-minütige Choreographie war dann, in Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit, perfekt! Wir waren also ready für das Podest (Das Einzige, was hier zählt.). Gestern um 17h mussten wir dann vor Ort sein. Okay, wir waren erst um 18h dort, aber die Veranstaltung hatte eh erst mit 2 Stunden Verspätung begonnen. Wie vorbildlich für die Kids!
Nun wurde leider nicht nur getanzt, sondern auch gesungen. Und alles auf der gleichen Bühne. Los ging es um 19h, und meine Girls tanzten um 1h15!! Und das Beste: Die Richter unterbrachen unsere Choreographie nach 3 Minuten!! Mir standen die Haare zu Berge. Sie seien müde.... Stellt euch vor, da trainieren Kinder auf diesen Wettbewerb hin, sie investieren viel Zeit und Energie, schwänzen die Schule (Naja, das konnte ich natürlich nicht so unterstützen. Oder doch? Sie lernen da ja eh nichts fürs Leben.) und endlich, nach 8h Wartezeit dürfen sie tanzen. Ihre Freunde, Familienangehörigen und und...( Ja, alle waren noch/wieder da.) erwarten mit Spannung die Choreographie und dann brechen die Richter die Tänze nach 3 Minuten ab. Nein, ich verüble ihnen nicht, dass sie müde waren, sondern dass sie sich nicht organisiert haben und dass sie vor der Arbeit der Kids keinen Respekt haben!
Leider ist das hier aber völlig normal. Der Lehrer spielt während den Mündlichprüfungen am PC Spiele, mit Ton. Wenn die Prüfung um 9h anfängt, dann erscheint der Lehrer um 10h. Dafür braucht er sich nicht zu entschuldigen, er ist ja Lehrer. Verschiebt er eine Mündlichprüfung auf 17h, kann es auch sein, dass er gar nicht erscheint. Dass er keine Zeit hatte, sagt er den zwei Studentinnen dann am folgenden Tag. Und wenn wir schon bei den Prüfungen sind: Die Aufgaben der deutschen Staatsprüfung und deren Lösungen hat die Klassenlehrerin ihren Zöglingen schon Tage zuvor ausgeteilt. Naja, was würde wohl die Uni-Leitung von ihrer Arbeit halten, wenn 90% der Klasse durchfallen? Zudem war das Abschiedsgeschenk der Klasse so teuer, dass niemand durchfallen durfte.
Und das sind Vorbilder! Wie soll sich hier etwas ändern, wenn jeder nur darauf wartet, auch endlich am längeren Hebel zu sitzen, auch endlich älter zu sein und die Jüngeren nach seiner Pfeife tanzen zu lassen?
Aber zurück zum gestrigen Abend: Ich weiss nicht, ob sich meine Mädels nicht richtig informierten oder ob es keine Informationen gab. (Ich tippe auf Letzteres.) Auf alle Fälle sagten sie mir, es gäbe 20 Teilnehmer in der Kategorie Singen und 17 beim Tanzen. Eigentlich absehbar. DENKSTE! Es waren insgesamt sicher über 70 Teilnehmer. Und jedes Mal, wenn eine Kategorie zu Ende war und ich damit rechnete, dass jetzt die Mädchen dran sind, war da noch eine andere Kategorie. „Singen 17-20 Jahre“, „Tanzen alleine unter 17 Jahren“, „Singen im Quartett unter 20 Jahren“, „Singen mit Instrumentalbegleitung“ (Ok, davon gab es nur zwei, wer spielt hier schon ein Instrument.), „Lateintänze 8-15 Jahre“, ...Es musste aber auch jeder Knorrli auf die Bühne! Egal ob er/sie singen konnte oder nicht Wenigstens hatte die Organisation (War da eine?) das Programm (War da eines?) spontan umgestellt und die Kategorie „Tanzen 8-12 Jahre“ vorgezogen, so dass deren Wartezeit schon um 23h30 ein Ende hatte. In der Schweiz wären schon längst alle davon gelaufen. Zudem war es im Raum extrem warm und es wurde weder Essen noch Getränke angeboten.
Wie schon erwähnt, tanzten meine Girls dann um 1h15. Natürlich müde und k.o. Aber gut! Wir wurden 2. Hätten aber sicher noch besser abschneiden können, wenn wir den 2. Teil unserer hart erarbeiteten Choreographie auch hätten zeigen dürfen... Ich bin aber sehr stolz, denn wir haben einige renommierte Teams hinter uns gelassen. Meine Schweizer Präzisionsarbeit hat sich also doch bewährt :) Muss vielleicht noch hinzufügen, dass nicht alle meine Girls nicht zu den Besten in Khovd gehören.

Tja, bei diesen Erlebnissen wird mir immer wider bewusst, wie anders/gut wir es doch in der Schweiz haben. Und wie anders der Mongole tickt.

Und nun noch etwas zu meinen letzten Wochen hier: Nach den zwei verbleibenden Sportprüfungen (Hoffentlich muss ich mich nicht um die durchgefallenen Deutschstudis kümmern... Ja, ich liess deren zwei durchfallen, verschenkte aber haufenweise Punkte!). möchte ich, bevor ich am 20. Juni nach UB fahre (mit dem Bus...) noch etwas vom Land sehen. Mal schauen, ob das klappt. In UB möchte ich dann noch etwas das Tanzbein schwingen und meine Abschiedstour starten. Am 3. Juli bin ich zu Hause. Ja, ich freue mich darauf, ich habe vom (Schul-)System hier die Schnauze voll. Aber auch wenn ich mich wiederhole, die Mongolei ist für mich nach wie vor das schönste Land auf Erden. Man muss den Mongolen einfach so nehmen, wie er ist. Für das System kann er ja nichts.

PS: Meine TanzschülerInnen werde ich vermissen. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Inzwischen sind sie richtig gute (Salsa-)TänzerInnen. Dennoch freue ich mich auch auf das Salsatanzen in der Schweiz, mit Frauen, die nicht durch meine Schule gegangen sind :)