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Pferde auf Futtersuche

Samstag, 25. September 2010

MONGOLISCHES ZEITMANAGMENT

Azzaya, Badmaa, Oyun-Erdene, Uyanga, Uranbileg, Tsegtsegmaa, Meriam, Dariimaa, Khishigbayr,  Abdigaji, Nyambayar, Amgalan, Tungaa, Chouka, Naraa, Enkh-Oyen, Erdenegelder, Ocha, Oilka,...
Das sind einige der Namen, die ich mir merken und auch noch den Gesichtern zuordnen muss! Hierbei handelt es sich übrigens um Frauennamen (und meist sogar um Abkürzungen!). Männernamen sind Zorig, Barsbold, Naamzaya, Mandalbayr, Hotbek und Bauerja. Letzterer ein ziemlich guter Sportler. Er hat den Rückwärtssalto innert wenigen Minuten gelernt :)
Andere hatten dabei ein wenig mehr Mühe, aber sehr viel Mut!! Wenn ich denke, dass von meinen SchülerInnen in Bulle nicht eine/r den Mut hatte, den Rückwärtssalto mit Hilfestellung auch nur zu versuchen...
Der Sportunterricht läuft sehr gut. Meine kleinen Spielchen, Aerobic, Saltos und Co. kommen gut an. Und die Nachfrage nach meinem HipHopKurs vom Samstag, 9Uhr war riesig. Über 45 eingeschriebene SchülerInnen!

Doch vorher war noch der Freitag: Unsere UNI veranstaltete eine internationale! Konferenz zum Thema „language, culture and cultural relations“. Und Lucien wurde eingeladen, an dieser internationalen Universitätskonferenz eine „speech“ zu halten. Also habe ich eine kurze Rede zum Bewertungssystem „Deutsch als Fremdsprache“ in Bulle vorbereitet. Um 8Uhr musste ich dann vor Ort sein. Ich bekam ein Namensschild und einen Notizblock :). Und weil ich von 9h30 bis 11h10 Aerobic hatte, wurde ich von der Eröffnungsfeier dispensiert und aufgefordert, umgehend nach meinem Kurs ins Zimmer 219 zu kommen, wo man mich dann zur Präsentation erwarten würde. Eröffnungsfeier war für 9h30 vorgesehen. In Wirklichkeit startete sie um 11Uhr. Und als ich „umgehend“ im Zimmer 219 erschien, war jenes noch verschlossen. Es war noch genügend Zeit, um im Restaurant zu essen, zu Hause einen Kaffee zu trinken und einige Einkäufe zu tätigen. Um 14Uhr begab ich mich dann an die Konferenz und durfte auch bald präsentieren. Von 15 Präsentierenden waren deren drei anwesend. Die freien Bänke wurden gefüllt mit mehr oder weniger freiwillig anwesenden Studis. Während ich relativ frei präsentierte, lasen andere 10 Minuten von ihren Blättern ab, ohne auch nur einmal den Blick zu heben. Zudem konnte man bei einigen auf dem Beamer die ganze „speech“ mitlesen. Weitere Präsentierende erschienen im Verlauf der Präsentationen, verschwanden aber umgehend wieder. Wofür eigentlich präsentieren, wenn die „Fachleute“ ja nicht anwesend sind und sich die Studierenden nicht interessieren?
Lustig war dann der Abschluss. Zwar erschien ich eine Stunde zu spät. (Die startete doch tatsächlich um 18 Uhr, wie angekündigt!) Zum Essen und Tanzen(!) kam ich allerdings gerade recht. Und später gings dann noch in die Disco.
Kaum erschienen, klang aus den Boxen auch schon Bachata und Salsa :)
Anscheinend hatte man meine Musik das letzte Mal von meinem Memorystick kopiert. Auf alle Fälle ist die Begeisterung unter den Junglehrern für Salsa riesig. Für nächsten Mittwoch ist deshalb ein Kurs angesagt. Mal schauen, ob auf die Junglehrer mehr Verlass ist, als auf die HipHopStudis...

Auf die wartete ich heute morgen um 9 Uhr nämlich vergebens. Anwesend war nur Soni, meine Salsapartnerin. (Sie war ein Jahr in der Schweiz und nicht einmal für den Kurs eingeschrieben...)
Nach einigen SMS startete ich den Kurs dann mit 30 Minuten Verspätung und sechs Schülerinnen.
Leider wurden wir dann auch noch von einem Stromausfall überrascht. (Wobei „überrascht“ vielleicht das falsche Wort ist. In letzter Zeit haben wir fast so oft kein Strom wie kein Wasser.... ca. jeden Tag 2 Stunden.)
So viel zu meinem HipHopKurs und dem Zeitmanagement der Mongolen. Vielleicht noch das hier: Für Sonntag ist ein Sportturnier der Deutschfakultät vorgesehen. (Der Stellenwert des Sports ist hier riesengross.) „Naja, weisst du, die Leute haben geschrieben, dass es um 9Uhr beginnt, aber bis alle da sind, ist es sicher 11Uhr. Also müssen wir nicht vor 11Uhr dort sein.“ So eine Lehrkollegin... Auch sie unverbesserlich, trotz mehrmaligem Schweiz- und Deutschlandaufenthalt.

Nächstes Wochenende fahren wir (mit einigen anderen Ausländern) nach Olgy ans Egale-Festival. Darauf freue ich mich besonders.
Und am 24. Oktober werde ich mit grösster Wahrscheinlichkeit für vier Tage nach Berlin fliegen und dort mein Arbeitsvisum (und hoffentlich einiges Sportmaterial) in Empfang nehmen.

Und noch eine Zeitmanagement-Anekdote: Letzten Sonntag habe ich um 14h15 erfahren, dass um 14h30 ein Taxi vorfährt, dass mich aufs Land fährt. Heute finde eben ein Ausflug aller UNI-Lehrer statt. Warum man das nicht wenigstens einen Tag im Voraus erfährt, das weiss auch meine Lehrkollegin nicht. Wie sie auch nicht weiss, wohin der Fluss fliesst, der hier neben der Stadt vorbeifliesst und wo er herkommt, so etwas weiss man nicht. Interessiert wohl auch keinen. Auch braucht ein Mongole auf einer geographischen Karte der Mongolei längere Zeit, um die Hauptstadt zu finden. Man weiss nicht, warum der Strom ständig ausfällt. Und die SuS fragen sich nicht, wo denn eigentlich der Lehrer bleibt, der sie schon seit 30 Minuten unterrichten sollte.

Mir gefällts trotzdem. Ich gebe mein Bestes und die SuS schätzen meine Arbeit sehr. Ok. über den HipHopKurs muss ich mit ihnen nochmals reden...

Sajn suudsh bajgaaraj! (Lebt wohl!)
Lusin

2 Kommentare:

  1. Intressante Bricht. Das esch tatsächlech en anderi Wält det :-) Vell Spass no det Lucien. gruess, Andy (De Dj).

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  2. Ergendwie hani s'Gfühl, be dem mongolische Ziitmanagement wördi mi no wohl fühle :)
    Frisé

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